Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten, weil sie vom Untergrund abhängt – und der wechselt auf einem Campingurlaub mehrmals täglich.
Wo der Kinderwagen gewinnt
- Feste Wege und Ortsbesuche. In Tangermünde oder auf dem Elberadweg ist ein Wagen die entspanntere Lösung.
- Schlafen unterwegs. Ein Kind, das im Wagen einschläft, schläft dort weiter. Aus der Trage wacht es beim Absetzen meist auf.
- Gepäck. Wickeltasche, Wasser, Jacken – all das trägt der Wagen mit.
- Hitze. Am Körper getragen wird es beiden zu warm, im Wagen zirkuliert Luft.
Wo die Trage gewinnt
- Wiese, Sand, Waldboden. Genau der Untergrund, aus dem ein Campingplatz besteht. Ein Wagen mit kleinen Rädern bleibt darin stehen.
- Enge Stellen. Zwischen Zeltleinen, im Sanitärgebäude, im vollen Restaurant.
- Wandern. Auf Waldwegen und in der Colbitz-Letzlinger Heide ist die Trage die einzige praktikable Lösung.
- Platz im Auto. Sie nimmt einen Bruchteil des Raums ein – und der ist bei Campinggepäck knapp.
Der Kompromiss, der meistens funktioniert
Beides mitzunehmen ist keine Verlegenheitslösung, sondern die übliche. Die Trage übernimmt den Platz und die Wanderungen, der Wagen die Ausflüge in Orte. Wer nur eines mitnehmen kann, entscheidet nach dem geplanten Programm: überwiegend auf dem Platz heißt Trage, überwiegend unterwegs heißt Wagen.
Wenn es der Wagen sein soll
- Große, luftbereifte Räder kommen auf Wiese und Schotter deutlich weiter als kleine Hartgummiräder.
- Feststellbremse prüfen – Campingplätze haben Gefälle, auch wenn man es nicht sieht.
- Sonnenschutz, der wirklich schattet. Ein über den Wagen gelegtes Tuch staut Hitze, siehe Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder.
- Abstellplatz überlegen. Ein Wagen im Vorzelt nimmt den halben Raum ein; draußen wird er nass.
Wenn es die Trage sein soll
Wichtig sind Passform und Tragedauer. Eine Trage, die für zwanzig Minuten bequem ist, kann nach zwei Stunden unangenehm werden – das merkt man nicht im Laden, sondern auf dem Weg. Fragen zur ergonomisch geeigneten Trageweise für das jeweilige Alter gehören in eine Trageberatung oder in die Kinderarztpraxis.
Woher wir das wissen
Auf einem Wiesenplatz sieht man beides, aber nicht gleichmäßig verteilt: Der Wagen steht meist am Stellplatz, die Trage ist unterwegs. Das ist die praktische Antwort auf die Frage – sie lautet nicht entweder oder, sondern nacheinander.