Wer im Zelt schlecht schläft, schiebt es auf den Schlafsack. Meistens liegt es an dem, was darunter ist.
Warum die Unterlage entscheidet
Ein Schlafsack isoliert durch Luft in seiner Füllung. Unter dem Körper wird diese Füllung vom Gewicht zusammengedrückt und verliert dabei fast ihre gesamte Wirkung. Was nach unten wärmt, ist deshalb ausschließlich die Unterlage – und der Boden zieht mehr Wärme als die Luft im Zelt.
Die drei Bauarten
Isomatte
Schaumstoffmatte: unkaputtbar, günstig, isoliert zuverlässig, ist aber dünn und sperrig. Für Kinder eine gute Zweitlage.
Selbstaufblasende Matte: der Standard für Familien. Kombination aus Schaumkern und Luft, gute Isolierung, packbar. Vier bis acht Zentimeter Dicke sind für Erwachsene sinnvoll.
Aufblasbare Isomatte: sehr leicht und kompakt, für Trekking gedacht. Isolierung nur, wenn ausdrücklich mit Füllung – reine Luftkammern kühlen aus.
Luftbett
Bequem, hoch, breit, in fünf Minuten aufgeblasen – und die kälteste aller Varianten. Ein Luftbett ist eine große Luftkammer, in der die Luft zirkuliert und Körperwärme an den Boden abgibt. Im Hochsommer ist es angenehm, ab etwa zwölf Grad Nachttemperatur friert man darauf.
Wer trotzdem eines nutzt, legt eine Decke oder eine dünne Schaumstoffmatte darauf, nicht darunter.
Feldbett
Erhöht, stabil, kein Kontakt zum Boden, gut für ältere Menschen und schmerzende Rücken. Es isoliert allerdings ebenfalls nicht – unter dem Bett zirkuliert kalte Luft. Auch hier gehört eine Matte oben drauf. Nachteil: schwer, sperrig, teuer, und im Zelt geht Fläche verloren.
Der R-Wert
Manche Hersteller geben einen R-Wert an – ein Maß für die Wärmedämmung. Grobe Einordnung: bis 2 Sommer, 2 bis 4 Frühjahr und Herbst, darüber Winter. Wo kein R-Wert steht, hilft die Faustregel: Je mehr Schaum und je weniger reine Luft, desto wärmer.
Für Kinder
Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene. Eine dünne Matte, die für einen Erwachsenen im Sommer reicht, reicht für ein Kind im selben Zelt oft nicht. Die einfachste Lösung ist eine zweite Lage: eine Schaumstoffmatte unter die selbstaufblasende, oder eine Wolldecke dazwischen.
Empfehlung nach Lage
| Situation | Sinnvoll |
|---|---|
| Sommerwochenende, warm | selbstaufblasende Matte, 4 cm |
| Frühjahr und Herbst | selbstaufblasende Matte, 7 cm oder zwei Lagen |
| Kinder, kühle Nächte | zwei Lagen, davon eine aus Schaum |
| Rückenprobleme, ältere Gäste | Feldbett mit Matte obendrauf |
| Nur Hochsommer, Bequemlichkeit zuerst | Luftbett mit Decke darauf |
Woher wir das wissen
Die häufigste Frage am zweiten Morgen ist die nach einer zusätzlichen Decke. In neun von zehn Fällen liegt darunter ein Luftbett oder eine sehr dünne Matte.