Großeltern, die mit Enkeln allein verreisen, sind auf Campingplätzen häufiger, als man denkt. Die Kombination hat einen Vorteil, den Elternurlaub nicht hat: Zeit. Niemand muss nebenbei etwas erledigen.

Was gut funktioniert

Das Tempo. Großeltern planen selten drei Programmpunkte am Tag. Genau das ist die richtige Taktung für Kinder – ein Ausflug, viel Wiese, früh essen.

Die Aufmerksamkeit. Auf dem Platz gibt es keinen Haushalt, keine Termine, keine Ablenkung. Kinder merken das sofort.

Das Gelände. Kinder können selbstständig los, ohne dass jemand mitlaufen muss. Für Großeltern, die nicht mehr stundenlang hinterherlaufen wollen, ist das der entscheidende Punkt.

Was vorher geklärt gehört

Erstens: die Unterkunft

Zelt ist selten die richtige Wahl. Vom Boden aufzustehen ist mit siebzig etwas anderes als mit vierzig, und eine Luftmatratze rächt sich nach der zweiten Nacht. Eine Mietunterkunft mit richtigen Betten und ein Stellplatz nah am Sanitärgebäude machen den Unterschied zwischen erholsam und anstrengend.

Zweitens: die Vollmacht

Wenn den Enkeln etwas passiert, brauchen Ärzte eine Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten. Eine formlose schriftliche Vollmacht mit Kontaktdaten der Eltern, Versichertenkarte und Impfpass gehört ins Gepäck. Das ist kein Formalismus – ohne diese Papiere wird es im Ernstfall unnötig kompliziert.

Drittens: die Regeln

Was zu Hause gilt, gilt im Urlaub oft nicht – und das ist in Ordnung, solange alle es vorher wissen. Bildschirmzeit, Schlafenszeit, Süßes: Ein kurzes Gespräch mit den Eltern vorher verhindert, dass daraus hinterher ein Thema wird.

Praktisches

  • Stellplatz nah am Sanitärgebäude. Nachts der wichtigste Punkt, für beide Generationen.
  • Ein Stuhl mit hoher Lehne. Campingstühle sind für achtzehnjährige Rücken gebaut. Ein guter Stuhl ist keine Bequemlichkeit, sondern die Voraussetzung, den Abend draußen zu verbringen.
  • Medikamente doppelt. Was regelmäßig genommen wird, gehört in zwei getrennte Taschen.
  • Ein Programmpunkt für die Enkel, einer für die Großeltern. Ein Tierpark und ein Café mit Kuchen sind eine faire Tagesplanung.

Wie lange

Drei bis vier Nächte sind für den ersten gemeinsamen Aufenthalt eine gute Länge. Lang genug, dass sich ein Rhythmus einstellt, kurz genug, dass niemand erschöpft heimfährt. Wenn es gut läuft, wird daraus im nächsten Jahr eine Woche.

Woher wir das wissen

Großeltern mit Enkeln buchen fast immer Mietunterkünfte, selten Zeltplätze – und sie kommen häufig im Juni und September, wenn der Platz ruhiger ist. Beides hat gute Gründe.