Die Zahl auf der Verpackung ist die erste Falle. „6 Personen“ bedeutet, dass sechs Menschen ohne Gepäck nebeneinander liegen können, Schulter an Schulter. Als Familienzelt für vier Personen taugt ein Sechs-Personen-Zelt gerade so.

Die Faustregel

Zwei Personen weniger als angegeben, wenn Gepäck mitsoll. Vier Personen mit Taschen brauchen ein Zelt für sechs; vier Personen mit Kinderwagen, Bollerwagen und nassen Jacken eher eines für acht.

Was wirklich zählt

Stehhöhe

Der meistunterschätzte Punkt. In einem Zelt, in dem Erwachsene nicht stehen können, zieht man sich eine Woche lang gebückt an. Bei Dauerregen entscheidet die Stehhöhe darüber, ob der Tag erträglich ist.

Getrennte Schlafkabinen

Zwei Kabinen statt einer großen. Kinder gehen früher schlafen als Erwachsene, und ohne Trennwand endet der Abend um 20:30 Uhr im Flüsterton.

Aufbauzeit

Ein Zelt, das zu zweit in zwanzig Minuten steht, wird auch für zwei Nächte aufgebaut. Eines, das eine Stunde braucht, führt dazu, dass man nur noch eine Woche am Stück fährt.

Der Boden

Eingenähter Boden, hochgezogen bis mindestens zehn Zentimeter. Wassersäule am Boden höher als am Dach, weil dort Druck durch Körpergewicht entsteht.

Wo teuer nicht besser ist

Aufblasbare Zelte sind schneller aufgebaut und deutlich teurer. Sie sind eine gute Wahl für Familien, die häufig für kurze Zeiträume fahren. Sie sind keine bessere Konstruktion – ein Gestängezelt hält länger, ist leichter zu reparieren und kostet weniger.

Umgekehrt: Am Gestänge zu sparen lohnt sich nie. Fiberglas bricht, und zwar bei Wind, also nachts.

Was Sie nicht brauchen

  • Eine Wassersäule über 5.000 mm am Dach. Ab da entscheiden die Nähte.
  • Ein eingebautes Vordach über der halben Zeltlänge, wenn Sie ohnehin ein Sonnensegel haben.
  • Verdunkelnde Schlafkabinen – nett, aber kein Kaufgrund. Kinder wachen mit dem Licht auf oder nicht.

Die ehrliche Grenze

Ein gutes Familienzelt kostet Geld, und niemand weiß beim ersten Mal, ob die Familie Camping mag. Deshalb: Beim ersten Wochenende mieten oder leihen. Wer danach kauft, weiß, worauf er achten muss – und kauft nicht das Zelt, das im Prospekt am schönsten aussah.

Woher wir das wissen

Aus dem, was nach drei Saisons noch steht. Zelte mit Alugestänge und getrennten Kabinen stehen. Sehr große Zelte mit einem einzigen Innenraum werden nach dem zweiten Jahr durch kleinere ersetzt.