Die Altmark hat einen Vorteil für dieses Thema, den viele Gegenden nicht haben: Sandboden. Auf Sand hinterlässt jedes Tier eine Spur, und nach jedem Regen ist die Fläche neu.

Wo man sucht

  1. Sandige Waldwege am frühen Morgen – über Nacht sind die Spuren frisch und noch nicht überlaufen.
  2. Schlammränder an Pfützen, Gräben und Ufern. Die besten Abdrücke überhaupt, weil Tiere zum Trinken kommen.
  3. Sandflächen am Spielplatz. Auch dort laufen nachts Tiere – Katze, Marder, Igel, Vögel.
  4. Schnee oder Raureif, wenn man in der kalten Jahreszeit da ist. Dann ist alles sichtbar.

Wie man einen Abdruck liest

  • Zehen zählen. Der schnellste Zugriff. Vier Zehen mit Krallenabdruck deuten auf Hundeartige, vier ohne sichtbare Krallen auf Katzenartige, fünf auf Marderartige, Waschbär oder Igel.
  • Form: rundlich oder länglich, symmetrisch oder schief.
  • Zwei Hälften mit Ballen dahinter heißen Paarhufer – Reh oder Wildschwein.
  • Größe im Vergleich zu einem bekannten Gegenstand. Deshalb: immer etwas danebenlegen, bevor man fotografiert – eine Münze, ein Kinderfinger, ein Stock.
  • Die Reihe, nicht der einzelne Abdruck. Wie weit stehen die Tritte auseinander? Ging das Tier oder rannte es? Eine Spur ist eine Bewegung, kein Bild.

Spuren, die keine Abdrücke sind

Fährtenlesen ist mehr als Pfotenkunde. Was Kinder ebenso zuverlässig finden:

  • Fraßspuren: angenagte Zapfen, geschälte Rinde, aufgebrochene Nüsse.
  • Federn und Haare an Zäunen und Ästen.
  • Gewölle unter Bäumen, in denen Eulen sitzen – nicht anfassen, nur ansehen.
  • Losung. Kinder finden das großartig; angefasst wird sie nicht, und danach werden die Hände gewaschen.
  • Biberspuren am Ufer, siehe Biber an der Elbe.

Das Spiel

Die Spurenfalle. Eine glatte Sandfläche von etwa einem Quadratmeter am Abend harken und am Morgen ablesen. Wer eine Nacht Geduld hat, hat morgens ein Ergebnis – und wenn nichts drin ist, ist auch das eine Antwort.

Die eigene Spur. Alle laufen über eine Sandfläche, und die Kinder ordnen die Abdrücke zu. Wer geht schwer, wer leicht, wer schleift? Danach verstehen sie, was in einer Spur alles steckt.

Die Geschichte. Zwei Spurenreihen, die sich kreuzen – was ist hier passiert? Es gibt keine falsche Antwort, nur begründete und unbegründete.

Was man dazu braucht

Nichts. Sinnvoll sind ein Stock zum Zeigen, etwas als Größenvergleich und die Kamera im Handy. Ein Bestimmungsbuch hilft beim Zuordnen, ist aber nicht der Anfang – der Anfang ist die Frage, wie viele Zehen zu sehen sind.

Woher wir das wissen

Die Spurenfalle funktioniert auf einem Wiesenplatz fast immer, und meistens steht am Morgen eine Katzenspur darin. Das ist unspektakulär und trotzdem der richtige Einstieg: Kinder lernen daran, dass eine Spur eine Aussage ist – und nicht, dass jede Aussage aufregend sein muss.