Das erste Zeltwochenende scheitert selten an der Ausrüstung. Es scheitert an der Reihenfolge: zu spät angekommen, im Dunkeln aufgebaut, hungrige Kinder, und um 22 Uhr sitzen alle mit schlechter Laune im Zelt. Dieser Ablauf ist so gebaut, dass genau das nicht passiert.

Vor der Abfahrt: eine Nacht im Garten

Wer die Möglichkeit hat, baut das Zelt vorher einmal auf. Nicht wegen der Übung – wegen der Kinder. Die erste Nacht in einer Stoffhülle ist eine Umstellung, und sie fällt im eigenen Garten leichter als 80 Kilometer von zu Hause. Nebenbei stellt sich heraus, ob alle Heringe dabei sind.

Anreise: früher, als es sich anfühlt

Aufbauen kostet mit Kindern etwa doppelt so lange wie ohne. Wer um 17 Uhr ankommt, sitzt um 19 Uhr beim Essen – das geht. Wer um 19 Uhr ankommt, isst um 21:30 Uhr, und dann sind alle drei Stunden über ihrem Rhythmus.

Die Reihenfolge auf dem Platz

  1. Anmelden, Platz aussuchen, Auto abstellen
  2. Zelt aufbauen – Kinder bekommen eine echte Aufgabe, nicht eine erfundene
  3. Schlafsachen hinein, Betten fertig machen. Vor dem Essen, nicht danach
  4. Essen
  5. Erst dann erkunden
Reihenfolge am Ankunftstag in fünf Schritten Erstens anmelden und den Platz aussuchen, zweitens das Zelt aufbauen, drittens die Schlafplätze fertig machen, viertens essen, fünftens das Gelände erkunden. Schritt drei steht bewusst vor dem Essen und ist deshalb hervorgehoben. 1 Anmelden Platz aussuchen 2 Zelt aufbauen Kinder helfen mit 3 Schlafplätze vor dem Essen, nicht danach 4 Essen 5 Erkunden erst jetzt Der dritte Schritt ist der, den fast alle tauschen
Die Reihenfolge am Ankunftstag. Schritt drei steht vor dem Essen: Schlafplätze im Dunkeln mit müden Kindern herzurichten, ist die unangenehmste halbe Stunde des Wochenendes.

Der dritte Punkt ist der, den fast alle tauschen. Schlafplätze im Dunkeln mit müden Kindern herzurichten, ist die unangenehmste halbe Stunde des Wochenendes. Wer sie vorzieht, hat sie hinter sich.

Die erste Nacht ist die kürzeste

Sie wird kurz. Es ist heller als zu Hause, lauter als zu Hause und kälter als gedacht. Das legt sich in der zweiten Nacht fast immer. Wer damit rechnet, ärgert sich nicht darüber.

Was hilft: eine Decke mehr als geplant, weil Kinder deutlich schneller auskühlen als Erwachsene und der Boden Wärme zieht. Eine dickere Unterlage bringt mehr als ein wärmerer Schlafsack.

Der zweite Tag entscheidet

Am zweiten Tag beginnt der Urlaub. Alles steht, alle haben geschlafen, und Kinder verschwinden zum ersten Mal für zwanzig Minuten, ohne dass jemand sie suchen muss. Das ist der Moment, wegen dem Familien wiederkommen – und er kommt nie am ersten Abend.

Was man weglassen kann

  • Programm. Ein Campingtag mit Kindern braucht ungefähr einen Programmpunkt. Nicht drei.
  • Die Hälfte der Küchenausrüstung. Beim ersten Mal reichen ein Topf, eine Pfanne, Teller und Besteck.
  • Den Ausflug am Anreisetag. Er geht immer schief.

Woher wir das wissen

Aus dreißig Saisons an der Rezeption. Die häufigste Frage am zweiten Morgen ist die nach einer zusätzlichen Decke. Die zweithäufigste ist, wo man einen Hammer leihen kann.