Die Handhabung ist unspektakulär, sobald man sie einmal gesehen hat. Das Problem ist, dass sie niemand erklärt.

Der Aufbau

Zwei getrennte Behälter, übereinander:

  • Oben der Spülwassertank mit der Sitzschale. Hier kommt sauberes Wasser hinein, oft mit einem Zusatz für den Spülvorgang.
  • Unten der herausnehmbare Fäkalientank, meist als Kassette mit Rollen und Ausgusstülle.
  • Dazwischen ein Dichtungsschieber, der beide trennt.

Der Schieber ist das Teil, das als erstes verschleißt. Er sollte nach der Benutzung geschlossen sein, aber nicht dauerhaft unter Spannung stehen.

Der Zusatz

In den unteren Tank kommt ein Sanitärzusatz. Er verhindert nicht den Geruch an sich, sondern die Gärung, bei der er entsteht. Es gibt ihn in flüssiger Form und als Beutel.

Der häufigste Fehler ist Überdosierung. Mehr wirkt nicht besser – es riecht dann nach Zusatz statt nach nichts. Die Dosierung auf der Packung gilt für einen vollen Tank; bei halber Füllung entsprechend weniger.

Für den oberen Tank gibt es einen eigenen Zusatz, der die Spülung schmierfähig hält. Er ist nicht zwingend.

Entleeren

  1. Schieber schließen, Kassette entnehmen.
  2. Zur Ver- und Entsorgungsstation bringen. Nicht in eine normale Toilette, nicht ins Gelände, nicht in den Gully.
  3. Ausgusstülle über die Öffnung halten, Entlüftungsknopf drücken – bevor gekippt wird, sonst gluckert es und spritzt.
  4. Mit Wasser nachspülen, zwei- bis dreimal.
  5. Frischen Zusatz einfüllen, Wasser dazu, damit der Boden bedeckt ist.

Rhythmus: Alle zwei bis drei Tage bei einer Familie, nicht erst wenn die Füllstandsanzeige rot ist. Ein voller Tank wiegt über zwanzig Kilo, und den trägt niemand gern über den halben Platz.

Was hineingehört

Nur das, was hineingehört, plus Toilettenpapier, das sich schnell zersetzt. Spezielles Campingtoilettenpapier ist keine Erfindung der Hersteller – normales Papier löst sich langsamer auf und verstopft die Ausgusstülle.

Was nicht hineingehört

  • Feuchttücher, auch nicht die als spülbar beworbenen
  • Hygieneartikel jeder Art
  • Speisereste, Fett, Kaffeesatz
  • Haushaltsreiniger, Chlor, Essigreiniger – sie zerstören Dichtungen und den biologischen Abbau in der Kläranlage

Pflege

Am Saisonende vollständig entleeren, ausspülen und mit geöffnetem Schieber trocken einlagern. Die Dichtung dünn mit Silikonfett behandeln – das ist die einzige Wartung, die es braucht, und sie verlängert die Lebensdauer deutlich.

Und die Alternative

Trenntoiletten kommen ohne Chemie aus, trennen Urin und Feststoffe und riechen bei richtiger Handhabung kaum. Für Familien ist der Umstieg eine Umstellungsfrage: Die Feststoffe müssen anders entsorgt werden, und das Trennen funktioniert bei kleinen Kindern nicht immer.

Woher wir das wissen

Zwei Fehler passieren regelmäßig: zu viel Zusatzmittel und zu spätes Entleeren. Beide sind unangenehm und beide kosten nichts, wenn man sie kennt.