Die Frage wird oft gestellt und selten ehrlich beantwortet. Camping geht mit jedem Alter – die Frage ist, für wen es Urlaub ist.
Mit Baby: geht, ist aber Arbeit
Ein Säugling merkt vom Ort wenig. Was sich ändert, ist der Aufwand für die Eltern: Wickeln ohne festen Platz, Fläschchen ohne Küche, Schlafen bei schwankender Temperatur. Wer das erste Mal campt und ein Baby dabei hat, tut sich mit einer Mietunterkunft leichter als mit dem Zelt.
Ein bis drei Jahre: die anstrengendste Phase
Kleinkinder laufen, verstehen aber Gefahren noch nicht. Auf einem Platz heißt das: Wasser, Feuerstellen, Fahrzeuge, Heringe auf Stolperhöhe. Das ist beherrschbar, aber es bedeutet durchgehende Aufsicht. Wer in dieser Phase campt, sollte den Stellplatz danach aussuchen – nicht nach Aussicht, sondern nach Übersicht.
Vier bis sechs: der Punkt, an dem es kippt
Hier beginnt der eigentliche Gewinn. Kinder in diesem Alter können sich auf einem überschaubaren Platz frei bewegen, finden andere Kinder ohne Vermittlung und beschäftigen sich mit Dingen, die zu Hause langweilig wären: einem Stock, einer Pfütze, einem Käfer. Für Eltern bedeutet das die ersten zusammenhängenden zwanzig Minuten seit Jahren.
Sieben bis zwölf: die beste Zeit
Kinder in diesem Alter sind selbstständig genug, um allein loszuziehen, und noch jung genug, um es zu wollen. Sie schwimmen, angeln, bauen, laufen in Gruppen über den Platz. Wer Camping in dieser Phase beginnt, bekommt die einfachste Version davon.
Ab dreizehn: es hängt vom Angebot ab
Jugendliche brauchen Gleichaltrige und etwas zu tun. Auf einem Platz mit anderen Jugendlichen funktioniert es gut, auf einem stillen Platz ohne Programm wird es zäh. Das ist keine Frage des Campings, sondern der Zusammensetzung.
Die eigentliche Frage
Nicht „ab welchem Alter“, sondern „mit welcher Unterkunft“. Ein Vierjähriger im Zelt ist etwas völlig anderes als ein Vierjähriger in einer Hütte mit Betten. Wer unsicher ist, mietet beim ersten Mal – und weiß danach, ob sich die Ausrüstung lohnt.
Woher wir das wissen
Aus der Beobachtung, welche Familien wiederkommen. Die mit Kindern zwischen vier und zwölf kommen am zuverlässigsten wieder. Die mit Kleinkindern kommen wieder, wenn sie beim ersten Mal eine feste Unterkunft hatten.