Alpakawanderungen gibt es inzwischen in vielen ländlichen Regionen. Was dabei passiert, entspricht selten der Erwartung – und für Familien ist das eher ein Vorteil.
Wie es abläuft
- Einweisung. Zehn bis zwanzig Minuten am Anfang: Wie hält man den Strick, wie geht man neben dem Tier, was macht man nicht.
- Zuteilung. Jede Person oder jedes Paar bekommt ein Tier. Kinder führen meist gemeinsam mit einem Erwachsenen.
- Die Wanderung. Ein bis zwei Stunden im Schritttempo, mit Pausen zum Fressen. Alpakas bestimmen das Tempo mit.
- Zum Schluss oft Füttern oder eine Runde im Gehege.
Was Kinder verstehen müssen
- Alpakas sind keine Kuscheltiere. Sie mögen keine Umarmungen und werden von den meisten Anbietern ausdrücklich nicht zum Streicheln freigegeben – oder nur am Hals, seitlich, ruhig.
- Nicht von vorn, nicht von oben. Wie bei Hunden gilt: seitlich herangehen.
- Ruhig sein. Rennen und Schreien treiben die Tiere weg. Wer laut ist, hat die schlechteste Wanderung.
- Sie spucken – aber selten Menschen an. Das Spucken gilt in aller Regel anderen Tieren in der Gruppe. Es ist ein Konfliktverhalten, keine Bosheit.
- Der Strick bleibt locker. Ziehen bewirkt das Gegenteil.
Warum es mit Kindern funktioniert
Weil es Kinder zu einem Verhalten zwingt, das sonst schwer zu erreichen ist: langsam gehen und leise sein. Das ist kein pädagogischer Nebeneffekt, sondern die Bedingung – ein Alpaka geht nicht weiter, wenn jemand daneben hüpft. Kinder merken das nach fünf Minuten selbst.
Alter und Eignung
Die meisten Anbieter setzen ein Mindestalter an, häufig im Grundschulalter, und verlangen, dass Kinder das Tier nicht allein führen. Verbindlich ist die Angabe des Anbieters. Für sehr kleine Kinder ist die Dauer das Problem: Zwei Stunden Schritttempo sind lang.
Was man mitbringt
- Feste, geschlossene Schuhe. Man geht über Wiesen und Feldwege.
- Wetterfeste Kleidung – Wanderungen finden bei fast jedem Wetter statt.
- Keine Hunde. Praktisch alle Anbieter schließen das aus.
- Geduld. Ein Alpaka, das fressen will, frisst.
In der Region
Höfe mit Alpakas und entsprechenden Angeboten gibt es in der Altmark und der Börde. Angebote, Termine und Bedingungen wechseln, und Anmeldung ist praktisch immer erforderlich – deshalb steht hier kein Terminhinweis, sondern der Rat, vorher anzurufen. Weitere tierbezogene Ziele stehen in Bauernhöfe und Tierparks in der Umgebung.
Die ehrliche Einordnung
Eine Alpakawanderung ist ein schöner Programmpunkt und kein Naturerlebnis im engeren Sinn – man geht mit Nutztieren spazieren. Wer das erwartet, ist zufrieden. Wer Wildtierbeobachtung sucht, findet sie näher am Platz, siehe Vögel der Elbaue.
Woher wir das wissen
Die Rückmeldung von Familien ist auffällig einheitlich: Die Kinder erinnern sich nicht an das Fell, sondern daran, dass sie ein großes Tier selbst geführt haben. Das ist die eigentliche Erfahrung.