Kurz-Fakten
- Deiche sind gewidmete Schutzanlagen; Befahren, Beweiden und Graben sind reglementiert
- Überschwemmungsgebiete sind förmlich festgesetzt und stark bebauungsbeschränkt
- Deichrückverlegung gibt dem Fluss Fläche zurück und senkt die Scheitelhöhe flussabwärts
- Die Hochwasser von 2002 und 2013 gelten an der Elbe als prägende Ereignisse
- Bei Hochwasserlagen gelten kurzfristige Sperrungen von Wegen und Uferbereichen
Bedeutung in der Praxis
Die Elbaue ist keine Landschaft, die zufällig manchmal unter Wasser steht – sie ist die Landschaft, weil sie unter Wasser steht. Auwald, Altarme und die typische Wiesenvegetation existieren nur unter dieser Bedingung. Moderner Hochwasserschutz arbeitet deshalb nicht mehr nur mit höheren Deichen, sondern gibt dem Fluss an geeigneten Stellen Fläche zurück: Deichrückverlegungen und Polder nehmen die Spitze aus einer Flutwelle und wirken flussabwärts weiter.
Für Gäste sind zwei Dinge praktisch relevant. Erstens: Deiche sind Bauwerke mit einer Funktion. Was auf und an ihnen erlaubt ist – Radfahren auf der Krone, Betreten der Böschung, Hunde –, regelt der Deichverband beziehungsweise die zuständige Behörde, und die Beschilderung sagt es vor Ort. Zweitens: Bei Hochwasserlagen ändern sich Wege und Zugänge kurzfristig.
Wer wissen will, wie die Lage gerade ist, schaut in die Pegelinformationen der Landesbehörde oder fragt an der Rezeption. Ein Lexikoneintrag kann das nicht abbilden – und tut es bewusst nicht.
Für Kinder: Der lange Wall am Fluss ist kein Hügel zum Spielen, sondern eine Mauer aus Erde. Sie hält das Wasser von den Dörfern fern.