Auf dem Land ist der Weg in die nächste Tierarztpraxis länger als in der Stadt, und am Wochenende ist der Notdienst nicht um die Ecke. Deshalb sind zwei Dinge wichtiger als jede Ausrüstung: die Notdienstnummer im Handy und die Adresse der nächsten Praxis, herausgesucht am Anreisetag, nicht im Ernstfall.
Was in die Hundeapotheke gehört
- Zeckenzange, Zeckenhaken, spitze Pinzette
- Verbandmaterial: selbsthaftende Binde, sterile Kompressen, Mullbinde, Verbandschere mit abgerundeter Spitze
- Wundspüllösung (steril, ohne Zusätze) und Einmalhandschuhe
- Eine kleine Taschenlampe, mit der man Maul, Ohren und Pfoten ausleuchten kann
- Digitales Fieberthermometer, ausschließlich für den Hund
- Maulschlaufe oder eine breite Mullbinde – ein Hund mit Schmerzen kann auch seine eigenen Menschen beißen
- Zeckenschutz und Dauermedikamente in ausreichender Menge
- Impfausweis und Chipnummer, dazu ein Foto des Hundes auf dem Handy
Keine Medikamente aus der eigenen Hausapotheke. Viele für Menschen gebräuchliche Schmerzmittel sind für Hunde giftig. Was ein Hund bekommen darf, entscheidet die Tierarztpraxis, und zwar vorher.
Vier Situationen und die richtige erste Reaktion
- Schnittwunde an der Pfote. Spülen, mit Kompresse abdecken, mit selbsthaftender Binde locker fixieren, Tierarztpraxis. Glasscherben an Badestellen sind der häufigste Grund.
- Insektenstich im Maul- oder Rachenraum. Von außen kühlen und sofort in die Praxis – Schwellungen im Rachen sind der eigentliche Notfall.
- Verdacht auf Hitzschlag. Schatten, lauwarmes Wasser an Pfoten und Beinen, sofort in die Praxis, siehe Hitze und Hund.
- Verschlucktes. Grillspieße, Knochen, Angelhaken. Nicht selbst herausziehen und kein Erbrechen auslösen – direkt in die Praxis.
Was man einmal geübt haben sollte
Einen Pfotenverband anzulegen ist am gesunden Hund in fünf Minuten geübt und am verletzten kaum zu lernen. Dasselbe gilt für das Anlegen einer Maulschlaufe. Wer beides einmal ruhig durchgespielt hat, verliert im Ernstfall keine Zeit. Kurse zur Ersten Hilfe am Hund bieten Hundeschulen und Tierarztpraxen an.
Die Grenze dieses Beitrags
Hier steht, was in die Tasche gehört und wohin man geht. Es steht bewusst nicht hier, wie man Wunden versorgt, Medikamente dosiert oder eine Wiederbelebung durchführt. Das lernt man in einem Kurs mit den Händen, nicht am Bildschirm.
Woher wir das wissen
Die häufigsten Verletzungen, die wir auf dem Platz sehen, sind Schnitte an den Ballen und Insektenstiche. Beides passiert im Sommer, beides an Stellen, an denen Menschen barfuß gehen – die Glasscherbe findet zuerst der Hund.