Kurz-Fakten

  • Der Titel „Europäisches Storchendorf“ wird von der Stiftung EuroNatur vergeben, seit 1994 je einmal pro Land
  • Für Deutschland trägt ihn Rühstädt in der Prignitz, im brandenburgischen Teil der Elbtalaue
  • Die Deutsche Storchenstraße verläuft über rund 450 Kilometer durch fünf Bundesländer, darunter Sachsen-Anhalt
  • Weißstörche brauchen offene, feuchte Landschaften mit Wiesen und flachen Gewässern zur Nahrungssuche
  • Nester werden über Jahre genutzt und von zurückkehrenden Paaren wieder bezogen

Bedeutung in der Praxis

Der Storch ist ein Anzeiger für eine Landschaft, nicht nur ein hübscher Vogel. Er braucht Feuchtwiesen, Gräben, Altarme und extensiv genutztes Grünland – also genau das, was durch Entwässerung und Intensivierung anderswo verschwunden ist. Wo viele Störche brüten, funktioniert die Landschaft noch. Deshalb ist die Zahl der Brutpaare ein Maß, das über die Vögel hinausgeht.

In der Elbtalaue sind die Bedingungen dafür günstig: regelmäßig überflutete Wiesen, Altarme, ein hoher Grundwasserstand und Dörfer mit Scheunen, Schornsteinen und Masten, auf denen Nester Platz finden. Von Frühjahr bis in den Spätsommer sind Störche hier ein alltäglicher Anblick über den Wiesen.

Für Familien ist die Beobachtung einfach und geduldsfördernd zugleich: Ein besetztes Nest sieht man von weitem, und mit einem Fernglas lässt sich über Wochen verfolgen, wie aus Klappern und Herumsitzen Jungvögel werden. Wichtig dabei ist Abstand – ein Nest wird nicht umkreist und nicht beleuchtet, und die Wiesen, auf denen die Vögel Nahrung suchen, werden nicht gequert.

Für Kinder: Störche bauen ihr Nest jedes Jahr wieder auf demselben Platz. Wenn du eines gefunden hast, kannst du den ganzen Urlaub lang zusehen, was dort passiert – aus der Entfernung.

Verwandte Begriffe