Kurz-Fakten
- Sicheres Schwimmen wird üblicherweise erst mit dem Deutschen Schwimmabzeichen Bronze angenommen, nicht mit dem Seepferdchen
- Schwimmflügel und Schwimmringe sind keine Rettungsmittel und können verrutschen oder kippen
- Schwimmwesten mit Kragen und Schrittgurt halten den Kopf über Wasser, Auftriebshilfen tun das nicht
- Naturgewässer haben abfallende Ufer, Strömung, Pflanzen und schlechte Sicht – anders als ein Becken
- Ertrinken verläuft in aller Regel lautlos und innerhalb von Sekunden
Bedeutung in der Praxis
Der gefährliche Punkt ist nicht das tiefe Wasser, sondern der Übergang. An einem Naturbadeteich oder einem Kiessee gibt es keine markierte Nichtschwimmerzone und keine Linie am Boden. Der Grund fällt ab, wo er will, und er sieht überall gleich aus. Genau deshalb ist die Regel am Naturgewässer strenger als im Freibad: Bei Nichtschwimmern gehört eine erwachsene Person ins Wasser oder unmittelbar an den Rand – in Griffnähe, nicht am Handtuch.
Zu Schwimmhilfen gibt es eine klare Abstufung. Schwimmflügel und Schwimmscheiben geben Auftrieb, verrutschen aber und drehen ein erschöpftes Kind nicht auf den Rücken. Eine Schwimmweste mit Kopfkragen und Schrittgurt ist etwas anderes – sie hält den Kopf über Wasser, auch wenn das Kind aufhört mitzuarbeiten. Für Kleinkinder am offenen Wasser ist das der Unterschied, auf den es ankommt. Keine der beiden Varianten ersetzt Aufsicht.
Für die Beurteilung des einzelnen Kindes ist die Schwimmausbildung zuständig, nicht ein Lexikoneintrag. Schwimmschulen, DLRG und die Wasserwacht geben Auskunft dazu, wann ein Kind als sicherer Schwimmer gelten kann und welche Hilfsmittel wofür geeignet sind. Am Badegewässer gilt zusätzlich immer die Beschilderung vor Ort.
Für Kinder: Am See gehen wir nur zusammen ins Wasser – auch wenn du schon schwimmen kannst. Der Boden geht hier ohne Warnung tiefer.