Kurz-Fakten
- Zwei getrennte Systeme: die ADAC-Bewertung im Campingführer und die Sterne des Deutschen Tourismusverbands
- Beide beruhen auf Kriterienkatalogen zu Ausstattung, Zustand und Service
- Die Teilnahme ist freiwillig und kostenpflichtig, deshalb fehlen viele Plätze
- Sterne messen Ausstattungsumfang, nicht Qualität des Aufenthalts
- Für Familien sagt keines der Systeme unmittelbar etwas über Kindertauglichkeit
Bedeutung in der Praxis
Sterne messen, wie viel es gibt – nicht, wie gut es ist. Ein Platz mit Schwimmbad, Waschsalon, Supermarkt und Sanitärzellen sammelt Punkte; ein kleiner Platz am Waldrand mit einem sehr guten Sanitärgebäude und viel Freiraum sammelt weniger. Für die Frage, wo Kinder eine gute Woche verbringen, ist das ohne Aussagekraft.
Was die Systeme dagegen gut leisten: Sie geben eine verlässliche Vorstellung vom Zustand. Wer wissen will, ob Sanitäranlagen gepflegt sind, ob Strom flächendeckend anliegt und ob Wege befestigt sind, findet in einer Inspektion mehr Substanz als in Bewertungstexten.
Für die Buchung ist die vernünftige Reihenfolge deshalb: Klassifizierung für den Zustand, Platzbeschreibung und Lageplan für die Struktur, Bewertungen von Familien für die Atmosphäre. Und wo ein Platz nicht klassifiziert ist, heißt das nichts – die Teilnahme kostet Geld, und kleine Betriebe verzichten oft bewusst.