Selbstverpflegung ist der größte Kostenhebel einer Gruppenfahrt und der größte Zeitfresser im Programm. Beides lässt sich beherrschen – mit einer schlichten Planung und einem sehr kurzen Speiseplan.
Die vier Gerichte
Für dreißig Kinder funktionieren Gerichte, die in einem großen Topf entstehen, sich strecken lassen und bei denen niemand einzeln bedient werden muss:
- Nudeln mit zwei Soßen – eine mit Fleisch, eine ohne. Der zuverlässigste Abend überhaupt.
- Eintopf oder Chili, wahlweise mit Fleisch und in einer zweiten Variante ohne. Am zweiten Tag noch besser.
- Kartoffeln mit Quark und Beilagen – einfach, sättigend, gut vorzubereiten.
- Grillen mit Salatbuffet. Der Abend, den alle erwarten – und der die meiste Vorbereitung braucht.
Dazu Frühstück als Buffet und mittags Brot mit Aufschnitt, Rohkost und Obst. Warme Mahlzeiten nur einmal am Tag – alles andere ist mit einer Feldküche nicht zu leisten.
Mengen
Für dreißig Kinder rechnet man nicht mit Portionsangaben von Packungen, sondern mit Erfahrungswerten – und plant nach oben. Praktische Regeln:
- Zehn Prozent Aufschlag auf die berechnete Menge.
- Beilagen großzügig, Hauptkomponente knapper. Nudeln, Brot und Kartoffeln gehen immer weg.
- Getränke unterschätzt man am stärksten. An heißen Tagen ist Wasser der wichtigste Posten – mehrere Kanister, nicht Flaschen.
- Reserve für einen Tag einplanen, falls der Einkauf ausfällt oder ein Ausflug länger dauert.
Hygiene
Sobald für eine Gruppe gekocht wird, gelten andere Maßstäbe als beim Familienkochen. Was in jedem Fall gilt:
- Kühlkette. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier brauchen durchgehende Kühlung – auf einem Platz heißt das Kühlschrank oder Kompressorkühlung, keine Kühlbox mit Akkus.
- Getrennte Bretter und Messer für rohes Fleisch und alles andere.
- Händewaschen vor dem Küchendienst, mit Seife, jedes Mal.
- Nichts stehen lassen. Warm Gekochtes wird gegessen oder entsorgt, nicht bis zum nächsten Tag aufbewahrt.
- Erkrankte Personen arbeiten nicht in der Küche.
Verbindliche Auskunft darüber, welche Anforderungen für die Gemeinschaftsverpflegung im konkreten Fall gelten – etwa Belehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz –, gibt das zuständige Gesundheitsamt. Das ist vor der Fahrt zu klären, nicht danach.
Allergien und Unverträglichkeiten
Sie werden über den Gesundheitsbogen vor der Fahrt abgefragt und in die Speiseplanung eingearbeitet – nicht vor Ort improvisiert. Bei schweren Allergien gehört ein Notfallplan dazu, abgestimmt mit den Eltern. Eine vegetarische Variante bei jeder warmen Mahlzeit ist heute Standard und keine Sonderleistung.
Der Küchendienst
- Feste Kleingruppen im Wechsel, mit einer erwachsenen Person pro Dienst.
- Kinder schneiden, rühren, decken, spülen – heiße Töpfe und Feuer bleiben bei Erwachsenen.
- Der Spüldienst ist der unbeliebteste und gehört deshalb in die Rotation, nicht in die Freiwilligkeit.
- Zeit einplanen: Kochen für dreißig dauert mit Kindern doppelt so lange wie ohne – und das ist erwünscht, weil es Programm ist.
Die Alternative
Wo ein Platz Gastronomie hat, kann eine warme Mahlzeit am Tag ausgelagert werden. Das kostet mehr und gibt einen halben Tag Programm zurück – bei kurzen Fahrten oft die bessere Rechnung, siehe Was eine Klassenfahrt kostet.
Woher wir das wissen
Der Posten, der bei Gruppen am zuverlässigsten unterschätzt wird, ist Trinkwasser an heißen Tagen. Der zweite ist die Zeit: Wer das Mittagessen für dreißig Kinder um zwölf servieren will, fängt um zehn an.