Eine Klassenfahrt auf einen Campingplatz unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von der Jugendherberge: Es gibt keine Zimmer, keine Türen und keine feste Struktur, die den Tag vorgibt. Das ist die Chance und der Aufwand.
Was vorher zu klären ist
Unterbringung
Drei Varianten sind üblich: mitgebrachte Zelte der Schule, gemietete Zelte des Platzes oder feste Mietunterkünfte. Für die erste Klassenfahrt einer Gruppe ist die dritte die ruhigste – Zeltaufbau mit dreißig Kindern kostet einen halben Tag und funktioniert nur mit Übung.
Sanitär
Wie viele Duschen und Toiletten stehen zur Verfügung, und werden sie mit anderen Gästen geteilt? Bei dreißig Kindern morgens ist das die entscheidende Frage. Manche Plätze bieten Gruppen ein eigenes Sanitärgebäude oder feste Zeiten an.
Verpflegung
Selbst kochen mit einer Gruppe braucht eine geeignete Küche und ein Konzept. Einfacher ist Halbpension über die Gastronomie vor Ort oder eine Kombination: Frühstück selbst, warmes Essen extern. Wer selbst kocht, braucht dazu die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz für alle, die Speisen zubereiten.
Wetter
Der Punkt, den die Jugendherberge nicht hat. Es braucht einen überdachten Raum für dreißig Kinder bei Dauerregen – Aufenthaltsraum, Zelt, Scheune. Ohne diesen Plan wird ein Regentag zum Problem.
Anreise
Bus, Bahn oder Fahrrad, und wie kommen Gepäck und Material auf den Platz. Auf dem Land ist der öffentliche Nahverkehr dünn; wer mit der Bahn anreist, braucht für die letzten Kilometer eine Lösung.
Was rechtlich zu regeln ist
Aufsichtspflicht, Betreuungsschlüssel, Einverständniserklärungen, Baden, Schwimmnachweise, Medikamente, Notfallkontakte, Versicherungsschutz. All das richtet sich nach dem Schulrecht des jeweiligen Bundeslandes und den Vorgaben der Schule – die Schulleitung und der Wandererlass des Landes sind hier die Quelle, nicht ein Ratgeberportal.
Ein Punkt sei genannt, weil er auf Campingplätzen besonders zählt: Baden. Wo ein Gewässer auf dem Gelände liegt, muss vorher geregelt sein, wer wann und unter welcher Aufsicht ins Wasser darf, und welche Schwimmnachweise vorliegen.
Was pädagogisch dafür spricht
- Selbstorganisation. Wer sein Zelt selbst aufbaut und abends selbst Ordnung schafft, lernt etwas anderes als in einem Mehrbettzimmer.
- Gemeinsame Aufgaben. Kochen, Feuer, Aufbau – Dinge, bei denen es auf jeden ankommt.
- Kein Zimmerverteilungsdrama. Zeltbelegung ist verhandelbarer und weniger endgültig als Zimmer.
- Draußen wirkt. Gruppen, die drei Tage draußen sind, verhalten sich anders als Gruppen in Gebäuden. Das ist keine Behauptung, das sieht man.
Der Zeitplan
| Wann | Was |
|---|---|
| 12 Monate vorher | Termin, Ziel, Budget, Zustimmung der Schulleitung |
| 9 Monate | Platz anfragen, Angebot einholen, reservieren |
| 6 Monate | Elternabend, Einverständniserklärungen, Anzahlung |
| 3 Monate | Programm, Anreise, Verpflegung festlegen |
| 6 Wochen | Elternbrief mit Packliste, Kontaktdaten, Notfallnummern |
| 2 Wochen | Teilnehmerliste, Medikamente, besondere Bedarfe klären |
Woher wir das wissen
Gruppen, die im Vorfeld einmal vor Ort waren, haben deutlich weniger Rückfragen während der Fahrt. Eine Stunde Ortsbesichtigung ersetzt zehn Mails.