Ein Tagesausflug mit einer Kita-Gruppe auf einen Campingplatz ist überschaubar zu organisieren – wenn drei Dinge vorher geklärt sind: der Rückzugsort bei Regen, die Toiletten und der Wasserzugang.
Was vorher geklärt wird
- Anmeldung. Ein Campingplatz ist ein Betrieb mit Gästen; eine Gruppe kommt nicht spontan. Termin, Zahl der Kinder und Zahl der Begleitpersonen werden vorher abgestimmt.
- Regenfläche. Ein überdachter Bereich, ein Gemeinschaftsraum oder ein Zelt. Ohne diesen Punkt ist der Tag wetterabhängig.
- Toiletten. Wo, wie viele, wie weit weg – mit dieser Altersgruppe die zentrale Frage.
- Wasser. Ob und wo Kinder ans Wasser dürfen und unter welchen Bedingungen. Bei Kita-Kindern heißt das im Zweifel: gar nicht.
- Feuer. Ob eine Feuerstelle genutzt werden darf und wer sie betreut.
- Aufsichtsschlüssel. Er richtet sich nach dem Träger und der jeweiligen Landesregelung, nicht nach dem Platz.
Ein Tagesplan
- Ankunft und Ankommen (30 Min.). Rundgang mit der ganzen Gruppe, Grenzen zeigen und benennen, Toiletten zeigen, Treffpunkt festlegen. Nichts anderes.
- Freies Spiel (45 Min.). Bewusst vor dem ersten Angebot. Kinder, die zwei Stunden im Bus saßen, brauchen erst Bewegung.
- Frühstück (30 Min.) an einem festen Platz. Bei dieser Altersgruppe strukturiert Essen den Tag stärker als jedes Programm.
- Angebot 1 (45 Min.). In Kleingruppen rotierend: Naturmemory mit Fundstücken, Barfußpfad, Wasserspiele, Bewegungsparcours aus Ästen.
- Freies Spiel und Ruhe (60 Min.). Wer will, liegt auf einer Decke. Bei den Jüngsten fällt hier der Mittagsschlaf aus – das ist der kritische Punkt des Tages.
- Mittagessen (45 Min.).
- Angebot 2 (30–45 Min.). Ruhiger als das erste: Geschichte, Lieder, gemeinsames Bauen.
- Aufräumen und Abfahrt (30 Min.). Großzügig planen. Mit zwanzig Kindern dauert das Sammeln von Jacken und Trinkflaschen länger als der Rückweg.
Was zuverlässig funktioniert
- Kleingruppen mit fester Begleitperson. Vier bis sechs Kinder, dieselbe Person den ganzen Tag – Kinder wissen dann, zu wem sie gehören.
- Farbige Bänder oder Westen pro Kleingruppe. Zählen geht damit in Sekunden.
- Ein fester Treffpunkt, der von überall sichtbar ist.
- Zählen bei jedem Wechsel. Nicht gelegentlich, sondern bei jedem.
- Weniger Programm als geplant. Zwei Angebote sind viel.
Ausstattung, die man mitbringt
Erste-Hilfe-Material, Ersatzkleidung in mehreren Größen, Sonnenschutz, ausreichend Trinkwasser mit Bechern, Müllsäcke, Wechselschuhe, Notfallkontakte in Papierform. Und für die Rückfahrt: eine Tüte für nasse Sachen, die es garantiert gibt.
Die Grenze
Aufsichtspflicht, Betreuungsschlüssel und Anforderungen an die Einverständniserklärungen richten sich nach Träger und Landesrecht. Der Campingplatz stellt die Fläche und die Infrastruktur, nicht die Betreuung – das gilt auch dann, wenn Personal vor Ort ist. Mehr dazu in Aufsichtspflicht im Zeltlager.
Woher wir das wissen
Der Teil, der bei Kita-Gruppen am häufigsten zu kurz geplant wird, ist das Ende. Aufräumen, Anziehen, Zählen, Toilette und Einsteigen dauern mit zwanzig Kindern eine halbe Stunde – und wer den Bus um eine feste Zeit bestellt hat, hat dann Stress.