Auf Schildern und in Prospekten steht der Begriff überall. Was er heißt, wissen die wenigsten – und der Unterschied zu anderen Schutzgebieten ist genau der Punkt, der die Landschaft hier erklärt.

Der Unterschied zu anderen Schutzgebieten

Ein Nationalpark schützt Natur, indem er den Menschen weitgehend heraushält. Ein Naturschutzgebiet schützt bestimmte Arten oder Lebensräume mit Ge- und Verboten.

Ein Biosphärenreservat verfolgt einen anderen Ansatz: Es soll zeigen, dass Menschen in einer Landschaft leben und wirtschaften können, ohne sie zu zerstören. Es geht nicht um Ausschluss, sondern um ein Miteinander. Deshalb liegen hier Dörfer, Äcker, Weiden und Campingplätze mitten im Gebiet – das ist kein Widerspruch, sondern der Zweck.

Die drei Zonen

Biosphärenreservate sind nach der UNESCO-Systematik gestuft:

  • Kernzone: Natur ohne Nutzung. Hier wird nichts bewirtschaftet, das Betreten ist meist auf Wege beschränkt oder ganz untersagt.
  • Pflegezone: Landschaft, die durch Nutzung entstanden ist und durch Nutzung erhalten wird – etwa Wiesen, die gemäht werden müssen, damit sie Wiesen bleiben.
  • Entwicklungszone: Der Bereich, in dem Menschen leben und arbeiten. Hier liegen Dörfer, Betriebe und die meisten Wege.

Für Besucher heißt das: Die allermeisten Wege stehen offen. Wo eine Kernzone beginnt, ist es ausgeschildert.

Warum ausgerechnet die Elbe

Die Elbe gehört zu den wenigen großen Flüssen Mitteleuropas, die über weite Strecken nicht begradigt und nicht durchgehend ausgebaut wurden. Dadurch gibt es hier noch, was Flüsse eigentlich haben: Auen, die überflutet werden, Altarme, Sandbänke, Auwald.

Diese Überflutung ist der Motor des Ganzen. Ein Auwald sieht so aus, wie er aussieht, weil er mehrere Wochen im Jahr unter Wasser steht – und die Arten, die hier leben, können genau das.

Was Kinder davon sehen

  • Störche. Auf feuchten Wiesen, weil sie dort Nahrung finden. In der Elbaue ist die Dichte höher als fast überall in Deutschland.
  • Biberspuren. Angenagte Stämme mit dem typischen Sanduhrprofil, Rutschen am Ufer. Den Biber selbst sieht man selten – er ist dämmerungs- und nachtaktiv.
  • Hochwassermarken. An Häusern und Deichen. Kaum etwas macht Kindern so unmittelbar klar, was ein Fluss ist.
  • Altarme. Stillgewässer, die einmal Fluss waren. Dort ist die Artenvielfalt am größten.
  • Auwald. Bäume, deren Stammfuß Spuren des Wassers trägt.

Was hier gilt

  • Auf Wegen bleiben, besonders in Brut- und Setzzeiten im Frühjahr
  • Hunde an die Leine – Bodenbrüter sind gegen frei laufende Hunde wehrlos
  • Keine Pflanzen ausgraben, keine Tiere mitnehmen
  • Zelten nur auf dafür vorgesehenen Plätzen
  • Kein Feuer außerhalb ausgewiesener Stellen
  • Ruhe – wer etwas sehen will, muss ohnehin leise sein

Der beste Zeitpunkt

Früher Morgen und späte Nachmittage. Mittags ist in einer Aue wenig los. Im Frühjahr sind die Wiesen am vollsten – dann sind aber auch die Brutzeiten, und der Abstand zählt mehr als das Foto.

Praktisches

Informationsstellen und Ausstellungen zum Reservat gibt es an mehreren Orten entlang der Elbe. Welche geöffnet sind und was sie zeigen, steht bei der Verwaltung des Reservats – das ändert sich und gehört nicht in einen Ratgeber.

Woher wir das wissen

Der Platz liegt mitten im Gebiet. Der Unterschied zwischen einem Spaziergang um sieben Uhr morgens und einem um zwölf ist nicht graduell – es ist ein anderer Ort.